Heute haben wir ein Buch und eine Autorin dabei, dass so frisch ist wie glaube ich noch nie. @s.m.siber hat erst am 2.5.2026 Release von ihrem Buch „Tödliche Aufnahmen“ gefeiert! Ich (Lichti) hatte es schon vor Release als Rezi-Exemplar lesen dürfen und war absolut begeistert. Der historische Roman zeichnet Berlin in den 1920iger Jahren spannend nach, vor allem die der queeren Gesellschaft und auch das Aufkommen des (Stumm)Filmes. Eine absolute Empfehlung für Fans von Krimis (nicht nur historische)!
Ich freue mich sehr, dass @s.m.siber noch im Release Stress die Zeit gefunden hat für unsere Fragen und wünsche euch ganz viel Spaß beim Interview
Wie ist die Idee für dein aktuelles Projekt entstanden?
Puh, gute Frage. Die ersten Anfänge für diese Geschichte waren 2018, also doch eine ganze Weile her. Ich hatte, glaub ich, mich damals ein wenig mit Fritz Lang, Stummfilm und den Anfängen von Tonfilm befasst und dachte mir „… bei so vielen Filmen, die mit der Zeit verloren gegangen sind… wie wahrscheinlich ist es, dass am Set ein ganz extremer Skandal stattfand…“ dann war nur noch die Frage, welcher Skandal. Dazu kam der Fakt, dass die 1920iger einen unheimlichen gesellschaftlichen Um- und Aufbruch darstellten und sich gerade bez. queeren Lebens in Berlin so viel getan hat. Je mehr ich mich da reingelesen habe, desto klarer wurde, wie viele Paralleln es zwischen den 1920igern und den 2020igern gab.
Gibt es eine Szene oder ein Charakter, der dir dabei besonders an Herzen liegt?
Ist irgendjemand überrascht, dass die Figur, die ich am miesesten behandle, mir besonders nahe steht? Ich rede hier von Albert, der mir mit seinem nicht aufbereiteten Trauma unheimlich nahe geht. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie es ihm wohl ergangen wäre, wenn er die Hilfe bekommen hätte, die er brauchte. (und dann stelle ich mir die gleiche Frage über August.)
Was war/ist die größte Herausforderung beim Schreiben?
Die größte Herausforderung kam in der ersten Überarbeitungsrunde. Da haben meine lieben Testleserinnen mir mitgeteilt, dass sie die Hauptfiguren absolut nicht mochten und die Dynamik zwischen den beiden sehr unerfreulich war. Was vielleicht hätte ok sein können, wenn ich nicht auf „messy, aber sympathische Figuren mit einer Dynamik, die nach und nach wärmer wird“ abgezielt hätte. Gerd und Markus dahingehend auf Kurs zu bringen war zum Glück einigermaßen leicht, aber die Analyse, was da noch alles fehlte, war… humbling.
Hast du eine bestimmte Routine beim Schreiben?
Routinen beim Schreiben… ich schaue immer, dass ich morgens bevor ich zum Brotjob muss, eine Stunde oder so reinschiebe, in der ich Laptoparbeit mache, nehme meine Stift-und-Papier-Sachen dann mit und mache die dann in der Bahn oder in der Mittagspause.
Und ich versuche, jeden Tag etwas zu machen, wobei verschiedene Projekte in verschiedenen Phasen auch unterschiedliche Priorität haben.
