Rezension
Als ich das Buch gesehen hatte dachte ich „Oh cool, eine Sci-Fi Romance kenne ich noch nicht; sieht aus wie etwas lustiges und kurzweiliges“. Bevor ich angefangen habe zu lesen hatte ich gesehen, wie jemand dem ich folge das Buch abgebrochen hat wegen „zu viel Geschmachte“, daher hatte ich keine hohen Erwartungen.
Das Buch war dann aber doch ganz anders als gedacht:
Die Protagonistin hebt sich deutlich von vielen anderen Hauptfiguren ab. Sie ist extrem extrovertiert, redet ohne Punkt und Komma, macht ständig Witze und erinnert mich mit ihrem lockeren, schlagfertigen Auftreten ein wenig an Spider-Man (den aus den Comics, nicht die Filme). Dadurch entsteht ein sehr unterhaltsamer Erzählton. Gleichzeitig schafft es die Geschichte aber immer wieder, überraschend ernst zu werden, wenn es die Situation verlangt.
Ich schätze jedoch, dass diejenigen die von der überdrehten Protagonistin genervt sind gar nicht zum ernsten Teil kommen werden.
Genretechnisch ist das Buch eine spannende Mischung aus Romance, Science-Fiction und Heist-Story. Besonders cool fand ich hier die Ich-Perspektive. Gerade bei einem Raubzug ist das gar nicht so einfach umzusetzen, denn die Protagonistin kann ihren kompletten Plan schließlich nicht einfach denken, ohne den Leserinnen und Lesern die Spannung zu nehmen. Das wurde hier jedoch sehr clever gelöst.
Vor dem Lesen hatte ich ehrlich gesagt Sorge, dass die Liebesgeschichte zu viel Raum einnehmen und hauptsächlich geschmachtet werden würde. Das war nach meinem Empfinden jedoch gar nicht der Fall. Die Romance ist wirklich seeeehr zurück haltend. Es gibt keinen Spice, aber Banter und eine gewisse Dynamik zwischen den Charakteren, aber das wars auch schon.
Neben der spannenden Handlung hat mich vor allem die Gesellschaftskritik überrascht. Die dystopische Welt nutzt das Buch, um Themen wie Kapitalismus, Klimakrise und Aktivismus aufzugreifen. Besonders die Darstellung einer selbstgefälligen Elite und von Milliardären, die Unternehmen kaufen, statt selbst etwas zu erschaffen, fand ich gelungen und pointiert. (weiß nicht wie es euch geht aber ich hatte sofort ein Gesicht vor Augen)
Ohne zu spoilern: Wer unbedingt ein komplett abgeschlossenes Ende braucht, sollte wissen, dass dieses Buch nicht alle Fäden vollständig zusammenführt.
Insgesamt eine kurzweilige und überraschend gesellschaftskritische Mischung mit einer außergewöhnlichen Protagonistin.
Inhalt
Ada Lamarr hat das Raumschiffwrack vielleicht als Erste erreicht, aber was nützt ihr das, wenn ihr kleines Plündererschiff nun ein riesiges Loch in der Außenhülle hat? Der Sauerstoff ihres Raumanzugs geht rasch zur Neige. In letzter Minute wird sie von einem Regierungsschiff gerettet, wenn auch widerwillig und wenig begeistert von dem ungebetenen Gast. Doch das stört Ada nicht. Sie genießt das gute Essen, den Sauerstoff an Bord und die Aufmerksamkeit von Agent Rian White, der die Mission leitet. Er begegnet ihr mit Misstrauen und das völlig zu Recht. Denn Ada ist nicht zufällig auf seinem Schiff …
Eckdaten:
| Genre | Sci-Fi Romance |
| Alter | Ab ca. 16 Jahren (kein spice) |
| Bände | Alle 3 Novellen in einem Buch enthalten |
| Setting | Dystopische Zukunft mit Weltraumkolonisation |
| Erzähler | Ich-Perspektive |
| Tropes | Heist, Cat-and-Mouse, Slow Burn, Hidden Agenda, Morally Grey Heroine, Banter |
| Diversity | Casual Queerness |
Für Fans von:
- humorvoller Science-Fiction
- Heist-Geschichten
- schlagfertigen Heldinnen
- Slow Burn Romance
- Weltraumabenteuern
- dystopischen Settings
- überraschenden Twists
