Rezension
Werbung / Rezensionsexemplar
Ich liebe das Worldbuilding dieses Romans! Es ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Zum einen basiert die gesamte Welt auf einem pflanzenzentrierten Konzept. Eine originelle Idee, die atmosphärisch und konsequent umgesetzt wurde. Zum anderen erinnert das gesellschaftliche System stark an Strukturen des Osmanischen Reiches, und das habe ich bisher auch noch nie in einem Fantasy Roman gelesen.
Auch die Figuren haben mich begeistert. Sie sind stellenweise bewusst charikatiert, dabei aber durchweg liebenswert. Das Ermittlerduo erinnert in seiner Dynamik an einen zweigeteilten Sherlock Holmes: Auf der einen Seite die geheimniskrämende Chefin mit messerscharfem Verstand und analytischer Brillanz, auf der anderen Seite ihr Gehilfe mit übernatürlichen Gedächtnisfähigkeiten.
Ein Glossar hätte ich mir allerdings gewünscht. Die Vielzahl an Begriffen, Strukturen und kulturellen Details ist faszinierend, aber stellenweise auch fordernd. Gerade bei einem so komplexen Worldbuilding wäre eine Übersicht hilfreich gewesen, um alles besser einordnen und langfristig im Gedächtnis behalten zu können. Ich hoffe sehr, dass im zweiten Band ein Glossar ergänzt wird, bis dahin habe ich vermutlich schon wieder einiges vergessen. (Also fast alles)
Ich lese mittlerweile kaum noch klassische Krimis, da mir viele entweder zu vorhersehbar sind oder die Auflösung so konstruiert wirkt, dass man unmöglich selbst darauf hätte kommen können. Hier wurde für mich die perfekte Balance gefunden: Der Fall ist lange Zeit äußerst verzwickt und fordert zum Mitdenken heraus, doch gegen Ende fügen sich die Hinweise so schlüssig zusammen, dass man die Lösung selbst erarbeiten kann. Genau diese Mischung hat mir großen Spaß gemacht.
Für alle, die außergewöhnliche Fantasy abseits gängiger Muster suchen (insbesondere Crime Fantasy) ist dieses Buch eine absolute Empfehlung.
Inhalt
In einer opulenten Villa an der Grenze des Imperiums wird ein hoher Offizier tot aufgefunden: erschlagen von einem Baum, der aus seinem Körper hervorbrach. Selbst in einer Region, in der das Blut der Leviathane seltsame magische Veränderungen hervorruft, ist ein solcher Tod zugleich entsetzlich und eigentlich unmöglich.
Zur Aufklärung wird Ana Dolabra gerufen, eine Ermittlerin, deren Scharfsinn nur von ihrer Exzentrik übertroffen wird. Begleitet von ihrem neuen Assistenten Dinios Kol, einem magisch Veränderten mit absolutem Gedächtnis, stößt sie bald auf einen Plan, der das Imperium ins Wanken bringen könnte.
Eckdaten:
| Genre | High Fantasy Crime |
| Alter | Erwachsene |
| Bände | 1. Teil einer Trilogie |
| Setting | pseudo-historisch-fantastisches Reich |
| Erzähler | Ich-Erzähler |
| Diversity | Dyslexie/Autismus-Assoziationen, Queerer Protagonist |
Für Fans von:
- Fantasy Krimis
- Cleveren Ermittler:innen
- Botanisch-inspirierten Fantasy Welten
- Ungewöhnlichem Magie-System
- Politischer Fantasy
- Komplexem World-Building
