Heute haben wir einen Autor mit einem Buch, dass mir gerade für die Repräsentation (sowohl im Bereich quer, als z.B. auch mit Behinderungen!) ganz besonders am Herzen liegt. @tino.falke hat mit Pina nämlich nicht nur jemanden geschaffen, der man gerne in ihren Abenteuern folgt, sondern das Buch hat durch die Erzählers der Kurzgeschichten (und der „über sie werden die Geschichten erzählt“- Form) etwas ganz Besonderes für sich, was ich so selten bislang gelesen habe. Eine absolute Herzensempfehlung! Umso mehr freue ich mich über das Interview und wünsche euch viel Spaß dabei!

Wie ist die Idee für Pina Parasol entstanden?

2018 gab es eine Ausschreibung zum Thema Steampunk-Luftschiffe, da wollte ich unbedingt dabei
sein und dachte: am besten mit einem besonders originellen Luftschiff! Es wurde eine an
Zeppelinballons hängende Lokomotive, etwas inspiriert von „Zurück in die Zukunft III“. Natürlich
brauchte die Luftlok eine Pilotin, und die optimistische, alberne, Wortspiele liebende Pina vereint
einiges, woran ich selbst Spaß habe. Plus viel 90s-Abenteuerfilme-Flair! Sie schaffte es dann auch
in die „Aeronautica“-Anthologie – und 2024 dann in ihr eigenes Buch.

Gibt es eine Szene oder ein Charakter, der dir dabei besonders an Herzen liegt?

Die Nebenfiguren waren ein großer Grund, dass es nach dem ersten Text weiterging, ich liebe viele
davon. Die badass Kopfgeldjägerin/Fechterin Adelante ist sehr cool und ihr Schlagabtausch mit
Pina immer herrlich zu schreiben!
Was Szenen angeht, kommt es einmal zu einem Schwertkampf zu dritt im Urwald, an dem ich viel
Spaß hatte. Als Filmszene (à la „Fluch der Karibik 2“) stelle ich es mir ganz großartig vor. Genauso
wie eine Geschichte, in der sie eine ganze Wild-West-Stadt zum Ausgraben von Dinoknochen
anstiftet.

Was war/ist die größte Herausforderung beim Schreiben?

Pina ist sehr viel schlagfertigerer und frecher als ich – ihre cleveren Sprüche bedeuten immer viel
Bedenkzeit. Überhaupt ist Humor natürlich eine schwierige Sache, weil er so subjektiv ist. Und weil
es nicht nur zum Lachen sein soll, muss die Balance mit rührenden und spannenden Szenen auch
stimmen. Außerdem gibt es Handlungsstränge, die sich (teilweise subtil) durch all die Texte ziehen.
Die Kurzgeschichten sollen jeweils in sich geschlossen sein, aber trotzdem das große Ganze gut
ergänzen.

Hast du eine bestimmte Routine beim Schreiben?

Am liebsten schreibe ich, wenn der Tag keine ablenkenden Termine mehr bereithält, oft also abends
und nachts, Open End. Ganz unspektakulär am Schreibtisch oder auf der Couch, manchmal mit zum
Text passender Musik (rein instrumental, Film- und Videospielsoundtracks). Snacks sind optional.
In Cafés und Parks bin ich eher abgelenkt, aber erstaunlich produktiv auf Zugfahrten! Sehr passend
zu Pina, die quasi immer auf Reisen ist.

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