Wie entsteht eigentlich eine Geschichte aus der Perspektive eines „Bösewichts“? Und wie schafft man es, dass genau dieser Charakter uns beim Lesen das Herz bricht?

In unserem heutigen Spotlight erzählt die Autorin von „Und in mir die Nacht“, wie eine einzelne Szene der Auslöser für alles war, warum ihr Charakter Nuray sie selbst emotional an ihre Grenzen gebracht hat und wie sie zwischen Vollzeitjob, Familie und Alltag überhaupt Zeit zum Schreiben findet.

Wenn ihr Geschichten liebt, die euch wirklich fühlen lassen (und ja, auch ein bisschen leiden), dann solltet ihr euch dieses Interview und das Buch nicht entgehen lassen.

Euch viel Spaß beim Lesen des Interviews und vielen Dank an @frl.chaos für ihre Antworten!

Wie ist die Idee für dein aktuelles Projekt entstanden?

Ich wollte unbedingt mal eine Geschichte aus der Sicht eines „Bösewichtes“ schreiben. Dann hatte ich eine Szene im Kopf, in der eben dieser Sachen sagt wie: „Die Welt ist nicht bunt! Das redet ihr euch nur selbst ein, aber in Wahrheit sortiert ihr alles nur in zwei Kategorien: schwarz-weiß, gut-böse …“
Diese Szene ist nicht eins-zu-eins im Roman gelandet, aber es gibt einen ähnlichen Dialog, der es in die Endfassung geschafft hat.

Gibt es eine Szene oder ein Charakter, der dir dabei besonders an Herzen liegt?

Nuray liegt mir als Charakter sehr am Herzen. Stellenweise tat es echt weh, was ich ihm angetan habe, aber ich liebe ihn und seine Geschichte wirklich sehr. Ansonsten habe ich die Dialoge zwischen Evrin und Hauptmann Rhion immer sehr gefeiert. Die beiden haben eine ganz eigene Dynamik und haben mir beim Schreiben viel Spaß gemacht. Vielleicht ein bisschen der Gegenpol zu den düsteren Szenen.

Was war/ist die größte Herausforderung beim Schreiben?

Die Herausforderung bei „Und in mir die Nacht“ lag definitiv darin, dass die Geschichte nicht zu düster, zu schwer wird. Es sollte auch helle Momente und Szenen zum Schmunzeln geben.

Hast du eine bestimmte Routine beim Schreiben?

Eine Routine habe ich (leider?) gar nicht. Das liegt daran, dass ich Vollzeit als Lehrkraft arbeite, dazu noch eine Familie mit Kindern habe und der restliche langweilige Erwachsenen-Alltag ist auch noch da. Meine „Routine“ besteht eher darin, jede freie Minute, die sich irgendwo auftut zum Schreiben zu nutzen.

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