Heute ist wieder eine Autorin, die vor allem im Kleinverlag zu finden ist und zwar @iva.moor.
Wer @lichti_liest folgt, wird mitbekommen haben, dass Iva von der Aufgabe des asp-Verlags betroffen war, inzwischen aber (zum Glück) eine neue Heimat für ihre Bücher gefunden hat (bei @novelarcbooks). Beinahe wäre es ihr mit ihrem neuen Buch ebenso ergangen, doch zum Glück bleibt uns der @verlag_ohneohren doch erhalten. Dort wird Ivas neues Buch erscheinen, auf das wir uns alle sehr freuen!
Ivas Bücher sind casual queer und scheuen sich auch nicht davor, düstere Themen anzusprechen. Ihre Bücher strotzen nur so vor Einfallsreichtum und ungewöhnlichen Ideen des Weltenbaus. Ich kann gar nicht erwarten, das im neuen (und vielen weiteren!) zu entdecken!
Vielen Dank @iva.moor für deine Zeit und das schöne Interview. Und euch viel Spaß dabei!
Wie ist die Idee für dein aktuelles Projekt entstanden?
Die Basis für Liminal Creatures sind zwei Elemente, die zusammengefunden haben: Protagonist Evan (Musiker mit jeder Menge persönlichen Issues und einem Händchen für miese Entscheidungen) wohnt schon seit 20 Jahren in meinem Kopf, aber es gab einfach nie die passende Geschichte für ihn. Die kam, als mir durch den Kopf flitzte: „Was wäre, wenn bei Pretty Woman der Typ keine reguläre Sexworkerin angeheuert, sondern einen Succubus beschworen hätte? Und besagter Succubus mit einer Muse (die gleichzeitig ihre Frenemy with Benefits ist) um seine Seele konkurriert?“. Von dieser Flltzpiepen-Idee ist in Liminal Creatures nicht mehr viel übrig – aus der Prämisse wurde „Orpheus trifft Faust und wird Eurydice“. Aber der Succubus und die Muse sind noch da und gehören gemeinsam mit Evan zu den Hauptfiguren.
Gibt es eine Szene oder ein Charakter, der dir dabei besonders an Herzen liegt?
Oh, Liminal Creatures ist im Ganzen ein Herzensprojekt mit lauter Herzensthemen. Ich liebe all diese kaputten, messy Figuren (ja, auch die eine, von der ich sicher bin, dass sie die Leserschaft spalten wird). Aber wenn ich wirklich den Finger drauf legen müsste, dann wohl vor allem Flor Yeung, eine chronisch depressive, demisexuell Ex-Sängerin, und Alizarin Tharn, asexuelle Queen der Incubi und Succubi. Denn mit den beiden habe ich die sapphic ace-Repräsentation geschrieben, die ich mir immer gewünscht habe. Und ihre Wege und Bögen sind auch tatsächlich sehr persönliche.
Was andere Bücher angeht: Wenig überraschend haben Moira, Sova und Algie aus „Die Alchemie des Träumens“ einen besonderen Platz in meinem Herzen
Was war/ist die größte Herausforderung beim Schreiben?
Bei Liminal Creatures war es tatsächlich das Handling all der verschiedenen Figuren und Perspektiven. Insgesamt ist meine größte Herausforderung beim Schreiben tatsächlich das initiale Plotten. Ich bin Plotterin, und wenn ich bei meinem Outline Dinge nicht gut genug durchdacht habe, schreibe ich mich in Sackgassen.
Ansonsten: Meine absolute Herausforderung ist: Kurz genug schreiben. Wer meine Ziegelsteine kennt, weiß warum
Hast du eine bestimmte Routine beim Schreiben?
Ja. Ich schreibe i.d.R. frühmorgens vor dem Brotjob. Am besten klappt es bei mir, wenn ich in Intervallen schreibe (aber längere Intervalle als bei der Pomodoro-Methode). Dann mache ich passende Ambience oder Brown Noise an (Musik lenkt mich zu sehr ab), aktiviere Website-Blocker für Social Media, stelle den Timer und schreibe meist für 3-4 Sprints.

