Rezension
Mit diesem Auftakt ist Marie Graßhoff ein Roman gelungen, der meine ohnehin schon hohen Erwartungen tatsächlich erfüllen konnte. Seit sie zum ersten Mal von der Idee dieses Projekts erzählt hat, war ich unglaublich gespannt auf die Geschichte. Dass das Buch diesem Hype für mich standhalten konnte, spricht für sich. Es ist für mich ein echtes Highlight.
Besonders begeistert hat mich die Atmosphäre. Der Schreibstil wirkt deutlich opulenter als in den vorherigen Werken der Autorin und entfaltet eine enorme Bildkraft. Mir hat das ausgesprochen gut gefallen, allerdings verlangt der Roman Aufmerksamkeit. Wer unsicher ist, ob dieser Stil zu den eigenen Lesevorlieben passt, sollte unbedingt einen Blick in die Leseprobe werfen.
Auch der Weltenbau ist beeindruckend. Die Geschichte verbindet auf faszinierende Weise Urban Fantasy, High Fantasy und dystopische Elemente. Eigentlich spielt das Setting eher mit einer Urban Fantasy Ästhetik der Achtzigerjahre, durch die Tiefe und Komplexität des Worldbuildings fühlt es sich aber fast wie eine urbane High Fantasy an (was es ja per Definition nicht gibt aber wer das Buch gelesen hat checkt was ich meine). Ich hätte problemlos noch viele weitere Stunden in dieser Welt verbringen können. In meinem Kopf lief die Geschichte wie ein High End Anime ab.
Eine Ich Perspektive mit einer Figur, die bereits über sehr viel Wissen verfügt, kann schnell künstlich wirken. Hier gelingt es der Autorin jedoch mühelos, Informationen organisch einzubauen, ohne dass es konstruiert erscheint.
Die Protagonistin ist keine Figur, die man sofort ins Herz schließt. Als Assassinin wurde sie regelrecht gebrainwashed.
Die Beziehung zwischen der Protagonistin und dem Love Interest ist komplex und entwickelt sich Stückweise, auch wenn mir der Übergang dann ein wenig zu plötzlich erschien.
Auch die Dynamik mit und zwischen den Nebencharakteren hat mir sehr gefallen. Aus ein paarFiguren bin ich noch nicht komplett schlau geworden, was ich aber überhaupt nicht schlimm finde. Der erste Band nimmt sich bewusst Zeit für den umfangreichen Weltenbau und bei diesem Umfang kann nicht jede Figur bereits vollständig ausgeleuchtet werden. Umso mehr freue ich mich darauf, im zweiten Band noch tiefer einzutauchen.
Insgesamt hat mich dieser Auftakt vollkommen überzeugt. Die faszinierende Welt, die dichte Atmosphäre und die spannenden Charaktere haben dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Für mich ist es ein absolutes Highlight und ich warte schon jetzt sehnsüchtig auf den zweiten Band.
Inhalt
»Das Haus« entscheidet über Leben und Tod, um die Welt vor der alles verzehrenden Dunkelheit zu retten – und Seren ist die Assassine, die von ihm geschickt wird, um zu richten. Als sie den Rebellen Vale tötet, wird seine Seele zur mächtigsten Waffe in ihrem Besitz. Doch er lässt sich nicht einfach bändigen. Seren will seine Kraft, Vale will ihren Tod. Als ein Verrat das Haus erschüttert, müssen sie sich entscheiden: einander vernichten oder Seite an Seite überleben? Doch in dem Netz aus Lügen, Gewalt und Verrat wächst etwas zwischen ihnen, das ebenso gefährlich sein könnte wie die Dunkelheit selbst.
Eckdaten:
| Genre | Dark Romantasy |
| Alter | Erwachsene (Spice!) |
| Bände | Geplante Dilogie |
| Setting | Dystopische Fantasywelt angelehnt an die 1980er Jahre |
| Erzähler | Ich-Erzählerin |
| Tropes | Enemies to Lovers, Morally Grey Characters, Forced Proximity, Reluctant Allies, Political Intrigue, Found Family, Chosen One |
| Diversity | BIPOC Protagonistin + Love Interest & Nebencharaktere, Casual Queerness |
Für Fans von:
- Dark Romantasy
- Komplexem World-Building
- moralisch grauer Figuren
- politischer Intrigen
- atmosphärischer Fantasy
- 1980er Jahre Vibes
- Enemies to Lovers
