Heute wieder mit einem Novum – Ein Krimi SP-Autor! Tatsächlich war ich (lichti_liest) verwundert, dass mir sowas noch nie untergekommen ist. Doch mit @jurgenehlers zeigt ein SP-Autor, dass das eben doch möglich ist!
Jürgens Bücher spielen in Hamburg und dabei ist die Stadt nicht nur Namensgeber, sondern wirklich Kulisse. Wer die Orte kennt, wird viel Spaß bei den beschriebenen Schauplätzen haben. Dabei hat Jürgen mit seinen Polizisten ganz grundlegende Personen ohne allzu dramatische Hintergründe geschaffen, die auch mal an deutscher Bürokratie verzweifeln. Herrlich!
Vielen Dank @jurgenehlers für das informative Interview! Und euch viel Spaß beim Lesen.
Wie ist die Idee für dein aktuelles Projekt entstanden?
Zunächst einmal brauche ich die Orte, an denen mein Buch spielt. Zum Beispiel das Fischbeker Moor. Oder der Harburger Friedhof (nachts nicht verschlossen!). Der Wasserturm in Lüneburg – ein wunderbarer Treffpunkt, genau wie die Krypta der Michaeliskirche. Dann gibt es Gegenstände, die etwas bedeuten. Der Schädel, den mein männlicher Held am Strand gefunden hat. Das Foto, das ihn am Seil an der 40-m-Abseilstelle zeigt. Aber er ist kein Bergsteiger. Und dann sind da die Puppen des Alexander Stubbe. Lebensgroße Puppen. Eine davon sieht genauso aus wie Sylvia.
Gibt es eine Szene oder ein Charakter, der dir dabei besonders an Herzen liegt?
Meine Lieblingscharaktere sind drei sehr unterschiedliche Personen. Da ist zunächst einmal Sylvia (23), Lügnerin und Diebin, Täterin und Opfer. Auf der Flucht bittet sie Patrick Pauly (35) um Hilfe. Der ahnt nicht, auf was er sich einlässt, als er Sylvia bei sich aufnimmt. Sie schreit im Schlaf – nicht ohne Grund. Mit der Polizei will sie nichts zu tun haben. Aber ohne die Hilfe der Polizei wären die beiden schnell am Ende. Denn Sylvias Verfolger ist Alexander Stubbe. Ein brillianter Immobilienmakler, Geldwäscher, Serienmörder.
Was war/ist die größte Herausforderung beim Schreiben?
Die größte Herausforderung beim Schreiben? Eigentlich sind es zwei. Die erste ist inhaltlicher Art. Sie besteht darin, meiner Frau und unserer Tochter den fertigen Entwurf vorzulesen. Wir sind uns nicht immer einig. Der Versuch, gemeinsam ein Kinderbuch zu schreiben, ist z.B. grandios gescheitert. Die zweite Herausforderung ist das Layout. Technisch eigentlich kein Problem. Aber dann kommen die Details. Zum Beispiel Hurenkinder. Ein Hurenkind ist die letzte Zeile eines Absatzes, die nicht allein auf der nächsten Seite stehen darf. Man wird sie los, wenn man den Absatz kürzt. Aber dann verschieben sich alle folgenden Absätze, und es gibt neue Hurenkinder.
Hast du eine bestimmte Routine beim Schreiben?
Ich habe keine bestimmte Routine beim Schreiben. Meistens diktiere ich den Text in den Computer. Ich fange am Anfang an und höre mit dem Ende auf. Aber wenn mir etwas Gutes einfällt, schreibe ich das zwischendurch auf. Vieles wird mehrfach geändert, manchmal auch gestrichen. Ich schreibe lieber morgens als abends. Aber es gibt allerlei Störungen. Rasenmähen, Katzen füttern, Hühner und Enten füttern, abends Schafe in den Stall bringen – damit sie nicht der Wolf holt. Wir wohnen im Wald, und die Wölfe sind näher als man denkt.
Weißt du schon was dein nächstes Projekt sein wird und kannst uns darüber etwas verraten?
Das Buch ist der vierte Band der Reihe. Wahrscheinlich wird es einen fünften Band geben. Im nächsten Jahr? Mal sehen.

